Archive for Juni, 2011

Erinnerungsbrösel

12. Juni 2011

An den ersten Katalog erinnert zu werden gleicht beinah einer melancholischen Reminiszenz früher Kindheit – zumal mein Drang, Erinnerungsstücke aufzuheben, gering ist.
    → Hier finden Sie unter der Nummer 109 eine Abbildung meines Erstlingsmachwerkes, mit dessen Hilfe ich der Gilde der Antiquare beitrat.
    Hätte ich damals geahnt, daß er aufbewahrt würde, hätte ich ihm ein glanzvolleres Äußeres mitgegeben.
    Doch darf bei einem gedruckten Katalog sein Gestalter so zurückhaltend sein, wie er mag; im Netz herrschen andere Regeln: Google und ähnliche Suchmaschinen stellen Anforderungen, sie wollen gefüttert werden, je mehr anpreisender Text, je mehr Stichwörter, desto besser.
    So möchte ich die Gelegenheit nutzen, ein paar meiner älteren Kataloge abzubilden, die äußerlich wohl interessanter sein mögen, inhaltlich hoffentlich gehaltvoller, alle jedoch vergriffen sind.

Katalog 6

Katalog 6

Katalog 7

Katalog 7

Katalog 9

Katalog 9

Katalog 12

Katalog 12

Katalog 14

Katalog 14

Katalog 15

Katalog 15

Katalog 17

Katalog 17

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Ein Tag macht keine Messe

11. Juni 2011

Es scheint mir mindestens einen kleinen, aber existentiellen Unterschied zu geben zwischen den neuerdings so beliebten Antiquariatstagen und herkömmlich mehrtägigen Antiquariatsmessen: an einem Tag kann zwar verkauft werden, notfalls unter den Antiquaren, kaum aber etwas an Kundenaquise oder Werbung getätigt, sehen wir vom Überreichen von Visitenkarten und Katalogen ab.
    Alle Unternehmungen eines zweiten oder dritten Tages wie Führungen, Vorführungen, Vorträge und dergleichen finden weder Zeit noch Ort. Es gibt auch keine Nachhaltigkeit, wie sie mittels Vor- und Nachbereitung im Internetz durch Bilder, Filme, Blogs, Beiträge zu einzelnen Fachthemen etc. zu leisten wäre.
    Darf ich so formulieren: Antiquariatstage sind Ersatz für Ladengeschäfte, was den flüchtigen Kontakt zwischen Antiquar und Sammler angeht, nichts weiter. Sie sind auf ihr Einzugsgebiet beschränkt, es handelt sich um regionale Veranstaltungen.
    Das, wie man heute so nett sagt, „marketing“ muß notgedrungen, ausgehend von diesen Voraussetzungen, reichlich anders als das für eine mehrtätige Messe vonstatten gehen. Entweder beschränkt es sich auf diesen einen Antiquariatstag, oder ein überregionaler Veranstalter wirbt für alle von ihm veranstalteten Eintagsfliegen.
    Cui bono? Dem Veranstalter, solange er genügend Teilnehmer findet. Den Antiquaren, solange genügend kaufwillige ortsansässige Interessenten angelockt werden oder rasante Preisnachlässe den innerantiquarischen Handel anwerfen. Nicht aber unserem gemeinsamen Interesse, das Antiquariatsgewerbe am Leben zu erhalten, es für zukünftige Zeiten, Bibliophile und Sammler zu öffnen — kurz: es überlebensfähig zu erhalten.