Archive for Mai, 2010

Every Picture Tells a Story 9

29. Mai 2010
Initiale

Initiale

Heute nur etwas zum Ansehen.
Den Künstler erkennt man an seinem Strich.
Aus welchem Werk die Initiale stammt, verrate ich nicht.

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Every Picture Tells a Story 8

26. Mai 2010
Marcellus

Marcellus

Die Buchstaben des Namens sind nicht sofort in die richtige Reihenfolge zu bringen, da willkürlich auf dem Bild verteilt, dem ‚R’ fehlt ein Stück seines Beines, das ‚C’ soll auf den Vornamen ‚Gaius’ hinweisen: nur welcher von ihnen ist gemeint?
Ich habe mich für den bekannteren der beiden halbwegs bekannten dieses Namens entschieden:

Gaius Claudius Marcellus Minor (um 93 v.u.Z. – 40 v.u.Z.), verheiratet seit ca. 55 v.u.Z. mit Octavia Minor, einer Großnichte Caesars, seit etwa 55 römischer Politiker und einer der Konsuln des Jahres 50 v.u.Z., Gegner Gaius Iulius Caesars, dessen Abberufung aus der Statthalterschaft in Gallien er mit anderen zusammen betrieb. Gegen Ende seiner Amtszeit übergab er zwei Legionen an Gnaeus Pompeius Magnus (106 v.u.Z. – 48 v.u.Z.). Im Bürgerkriegs blieb Marcellus zuerst in Italien, wechselte auf Caesars Seite, nach dessen Tod am 15. März 44 v.u.Z. er Octavias Bruder, den späteren ersten römischen Kaiser Augustus (63 v.u.Z. – 14 n.u.Z.), bei dessen Kampf um die Herrschaft unterstützte.

Quellen: Cicero: Briefe. Plutarch: Pompeius, 58-9. Appian: Bellum Civile 2.26-31. Dio Cassius 40.59 & 64-6.
 

REM. Ein wenig Wendehals? Wer sich auf angenehme Weise über die römische Geschichte jener Zeit belehren lassen will, kann dies mittels der Romane von Robert Harris tun: „Imperium“ & „Titan“ – Machtkampf, Wahlbetrug, Intrigen und Bestechung vom Feinsten.

Die Initiale aus: → Athanasius & Bernhardus de Lutzenburgo.

Every Picture Tells a Story 7

24. Mai 2010
Judith & Holofernes

Judith & Holofernes

Das Buch Judit, eines der apokryphen Bücher des Alten Testaments, Kapitel 13.
Verse 6-9: „Dann ging sie zum Bettpfosten am Kopf des Holofernes und nahm von dort sein Schwert herab. Sie ging ganz nahe zu seinem Lager hin, ergriff sein Haar und sagte: Mach mich stark, Herr, du Gott Israels, am heutigen Tag! Und sie schlug zweimal mit ihrer ganzen Kraft auf seinen Nacken und hieb ihm den Kopf ab. Dann wälzte sie seinen Rumpf von dem Lager und riss das Mückennetz von den Tragstangen herunter.“
(Deutsche Übersetzung, Quelle siehe Link)

6 Et accedens ad columnam lectus, quae erat ad caput Holofernis, deposuit pugionem illius ab illa.
7 Et accedens ad lectum comprehendit comam capitis eius et dixit: “Deus Israel, confirma me, Domine, Deus Israel, in hoc die”.
8 Et percussit in cervicem eius bis in virtute sua et abstulit caput eius ab eo.
9 Et volutavit corpus eius a toro et abstulit conopeum eius a columnis; et post pusillum exiit et tradidit abrae suae caput Holofernis,
10 et misit illud in peram escarum suarum.
(Vulgata)

Die Initiale aus: → Cyprianus & Hilarius

Every Picture Tells a Story 6

23. Mai 2010
Titelholzschnitt nach Lucas Cranach

Titelholzschnitt nach Lucas Cranach

Diese Titelumrahmung ist eine Variante jener zum Titel der Wittenberger Bibel von 1535, dann 1541 in der berühmten Bibelausgabe ‚letzter Hand’ verwendeten: ein bedeutsames Werk Lucas Cranachs d.J., das die Leitmotive lutherischer Dogmatik und die Lehre der Reformation von der Erlösung allein durch den Glauben bildlich allegorisch durch kontrastierend nebeneinander gestellte Motive des Alten und Neuen Testamentes darlegt:
Links des Baumes auf seiner verdorrten Seite hier v.o.n.u. Gott mit den Gesetzestafeln, Adam & Eva vor dem Baum mit der Schlange und im Feuer brennende Menschen.
Rechts auf der blühenden Seite des Baumes die Verkündigung durch den Heiligen Geist, die Kreuzigung mit dem siegreichen Lamm am Kreuzesfuß und der den Tod besiegende Auferstandene.
Vgl. Dieter Koepplin & Tilman Falk: Lukas Cranach. Gemälde, Zeichnungen, Druckgraphik. Basel & Stuttgart: Birckhäuser, 1974. Bd. I, Nr. 279 und Abb. 223.
Enger Entwicklungszusammenhang besteht mit dem Holzschnitt „Das alte und neue Testament“ (vgl. F.W.H. Hollstein: German engravings, etchings and woodcuts. 1400-1700. Amsterdam. Vol. VI, S. 124,14 & vgl. Koepplin/Falk, Bd. II, Nr. 353) und mit den Entwurfszeichnungen (z.B. J. Rosenberg: Die Zeichnungen Lucas Cranachs d.Ä. Berlin: Deutscher Verein für Kunstwissenschaft, 1960, Nr. 52 & 53) sowie der Ausführung der Altartafel zu Gotha des älteren Cranach (vgl. O. Thulin: „Cranach-Altäre der Reformation“. Berlin, s.a.. S. 136 ff.).
So geht das Motiv letztlich auf verschieden benannte, reformatorisch-didaktische Gemälde vom Gothaer Typ des älteren Cranach zurück, die ab 1529 entstanden: „Verdammnis und Erlösung“; „Sündenfall und Erlösung“ etc. Vgl. Ernst Badstübner in: „Kunst der Reformationszeit“. Berlin: Elefanten Press, 1983, Ss. 357 ff. und Gerhard Kiessling: „Die Anfänge des Titelblattes in der Blütezeit des deutschen Holzschnittes“ in: „Das Titelblatt im Wandel der Zeit. Buch und Schrift. Jahrbuch des deutschen Vereins für Buchwesen und Schrifttum“. III. Jahrgang 1929. S. 23 & Abb. 17-19.
Die Reihenfolge der neutestamentlichen Bilder ist im vorliegenden Werk im Vergleich zur Version von 1535 in eine chronologisch und thematisch richtigere gebracht: statt Verkündigung, Auferstehung & Kreuz – hier Verkündigung, Kreuz, Auferstehung. So sticht bei der hier verwandten Abfolge ins Auge, daß sich Gott und Heiliger Geist, Paradies-Baum und Kreuz sowie Hölle und Sieg über den Tod jeweils links und rechts in der Waagrechten gegenüberstehen.

Der Holzschnitt aus Loci Communes, das ist, die furnemesten Artikel Christlicher lere. Aus dem Latin verdeudscht, durch Justum Jonam.

Every Picture Tells a Story 5

22. Mai 2010
Brutus, die Verschwörer, Julius Caesar

Brutus, die Verschwörer, Julius Caesar

Die Iden des März.

Als Kind, erste Jahre Grundschule hinter mir, ich hatte irgendein dünnes Buch über Caesar gelesen, verwandelte ich das mir unbekannte Wort ‚Iden’ zu ‚Ideen’. Ja, das Geschilderte kann jeden auf die unsäglichsten Ideen bringen. Und Anstoß erregen bei jenen, die da herrschen.
Tyrannenmord ist nun einmal Ansichtsache: jeder Brutus sieht die Verhältnisse von anderem Gesichtspunkt als Caesar, als jeder König, Kaiser, Diktator, halbwegs legitim an die Macht gekommener Bürokrat, Verschwender oder Unterdrücker.
Und da ich mich mit jedem weiteren Wort auf unsicheres Terrain begeben würde, s.u., hier nur noch die Empfehlung, sich „V wie Vendetta“ anzusehen – oder ein Buch zu lesen, über Mord am Tyrannen, wie „→ „Julius Cesar“, verschwendete Macht, wie → „Coriolan“, Umsturz, wie → „Gather, Darkness!“, zur Not tut es auch → „Danton’s Tod“, oder als Trost über die Eitelkeit menschlichen und pseudogöttlichen Tuns → „His Dark Materials“, drei Bände, in denen der Eine, über den alle Anderen lachen, entsorgt wird. (Schade, der Leitfaden des Anti-Brutus, Machiavellis „Il Principe“, ist bereits verkauft.)
Nun: ein ausgewrungener Lappen ist kein Tyrannosaurus;
während eine Diktatur verkrümmt und bricht, macht die bananenkrümmende Bürokratie lethargisch;
der Wohlfahrtsausschuß mordete, die Wohlfahrtsministerien zeugen Abhängige.
 

Die Initiale aus: → Cyprianus & Hilarius

Every Picture Tells a Story 4

20. Mai 2010
Petrus & Jakobus

Petrus & Jakobus

Petrus:
19 Vnd wil dir des Himelreichs schlüssel geben / Alles was du auff Erden binden wirst / Sol auch im Himel gebunden sein / Vnd alles was du auff Erden lösen wirst / Sol auch im Himel los sein.
Matthäus XVI,19. (Luther-Übersetzung)
19 Tibi dabo claves regni caelorum; et quodcumque ligaveris super terram, erit ligatum in caelis, et quodcumque solveris super terram, erit solutum in caelis ”.
(Vulgata)

Jakobus der Ältere:
1 VMB dieselbige zeit leget der König Herodes die hende an etliche von der Gemeine zu peinigen.
2 Er tödtet aber Jacobum Johannes bruder / mit dem schwert.
3 Vnd da er sahe / das den Jüden gefiel / fur er fort / vnd fieng Petrum auch. Es waren aber eben die tage der Süssenbrot.
Apostelgeschichte XII,1-3. (Luther-Übersetzung)
1 Illo autem tempore, misit Herodes rex manus, ut affli geret quosdam de ecclesia.
2 Occidit autem Iacobum fratrem Ioannis gladio.
3 Videns autem quia placeret Iudaeis, apposuit apprehendere et Petrum — erant autem dies Azymorum
(Vulgata)

Für die gemeinsame Darstellung beider maßgebliche Stellen:
Matthäus XVII,1-8; Markus IX,2-13; Lukas IX,28-36; Apostelgeschichte XII,1-3.

Every Picture Tells a Story 3

18. Mai 2010
Pierre de Margerie: Eloge de la Typographie. Cranach-Presse, 1931.

Pierre de Margerie: Eloge de la Typographie. Cranach-Presse, 1931.

Die Initiale zu → Pierre de Margerie: „Eloge de la Typographie“ wurde von Eric Gill nach dem Entwurf von Aristide Maillol geschnitten und in einigen Exemplaren von Max Goertz mit Gold und Lapislazuli gehöht.
Es handelt sich bei dem Motiv um einen direkten bildlichen Verweis auf die Cranach Presse selbst, wie aus der Photographie des Wasserzeichens sowie des Scans einer der Druckermarken der Presse hervorgeht:

Wasserzeichen des handgeschöpften Maillol-Kessler-Büttens.

Wasserzeichen des handgeschöpften Maillol-Kessler-Büttens.


Photographie aus → Hugo von Hofmannsthal: Der Tod des Tizian. Bruchstück. Weimar: Cranach Presse für Leipzig: Insel-Verlag, 1928.

Signet aus P. Vergilii Maronis Eclogae &c, 1914-1926.

Signet aus P. Vergilii Maronis Eclogae &c, 1914-1926.


 

Die Form des Buchstabens „C“ harmoniert mit einer anderen, ebenfalls von Eric Gill entworfenen Initiale:

Paul Valéry: Gedichte übertragen von Rainer Maria Rilke. 1925.

Paul Valéry: Gedichte übertragen von Rainer Maria Rilke. 1925.


Dazu ausführlich: John Dieter Brinks: Epilog auf eine Initiale. In: Das Buch als Kunstwerk. Die Cranach Presse des Grafen Harry Kessler. Laubach und Berlin: Triton Verlag, 2003. Seiten 216-221.

Every Picture Tells a Story 2

17. Mai 2010

Adam & Eva

Adam & Eva


 

1 VND die Schlange war listiger denn alle Thier auff dem felde / die Gott der HERR gemacht hatte / vnd sprach zu dem Weibe / Ja / solt Gott gesagt haben / Jr solt nicht essen von allerley Bewme im Garten?
2 DA sprach das Weib zu der Schlangen / Wir essen von den früchten der bewme im Garten.
3 Aber von den früchten des Bawms mitten im Garten hat Gott gesagt / Esset nicht da von / rürets auch nicht an / Das jr nicht sterbet.
4 Da sprach die Schlang zum Weibe / Jr werdet mit nicht des tods sterben /
5 Sondern Gott weis / das / welchs tags jr da von esset / so werden ewre augen auff gethan / vnd werdet sein wie Gott / vnd wissen was gut vnd böse ist.
6 VND das Weib schawet an / das von dem Bawm gut zu essen were / vnd lieblich anzusehen / das ein lüstiger Bawm were / weil er klug mechte / Vnd nam von der Frucht / vnd ass / vnd gab jrem Man auch da von / Vnd er ass.
7 Da wurden jr beider Augen auffgethan / vnd wurden gewar / das sie nacket waren / Vnd flochten Feigenbletter zusamen / vnd machten jnen Schürtze.
Genesis III,1-7
(Luther-Übersetzung)

1 Et serpens erat callidior cunctis animantibus agri, quae fecerat Dominus Deus. Qui dixit ad mulierem: “Verene praecepit vobis Deus, ut non comederetis de omni ligno paradisi?”.
2 Cui respondit mulier: “De fructu lignorum, quae sunt in paradiso, vescimur;
3 de fructu vero ligni, quod est in medio paradisi, praecepit nobis Deus, ne comederemus et ne tangeremus illud, ne moriamur”.
4 Dixit autem serpens ad mulierem: “Nequaquam morte moriemini!
5 Scit enim Deus quod in quocumque die comederitis ex eo, aperientur oculi vestri, et eritis sicut Deus scientes bonum et malum”.
6 Vidit igitur mulier quod bonum esset lignum ad vescendum et pulchrum oculis et desiderabile esset lignum ad intellegendum; et tulit de fructu illius et comedit deditque etiam viro suo secum, qui comedit.
7 Et aperti sunt oculi amborum. Cumque cognovissent esse se nudos, consuerunt folia ficus et fecerunt sibi perizomata.
(Vulgata)
 

Die Initiale wieder aus: → Antididagma… Köln, 1544.

Every Picture Tells a Story I

16. Mai 2010

Diogenes von Sinope & Aristippos von Kyrene

Diogenes von Sinope & Aristippos von Kyrene


 

Παριόντα ποτὲ αὐτὸν λάχανα πλύνων Διογένης ἔσκωψε καί
φησιν, „εἰ ταῦτα ἔμαθες προσφέρεσθαι, οὐκ ἂν τυράννων αὐλὰς
ἐθεράπευες.“ ὁ δέ, „καὶ σύ,“ εἶπεν, „εἴπερ ᾔδεις ἀνθρώποις
ὁμιλεῖν, οὐκ ἂν λάχανα ἔπλυνες.“
Διογένης Λαέρτιος: Βίοι και γνώμαι των εν φιλοσοφία ευδοκιμησάντων. II,68. (Ed. by H S Long, Oxford 1964)
 

Als ihn [Aristippos] sein Weg einstens am Diogenes vorüberführte, der damit beschäftigt war, sein Kraut abzuspülen, sagte dieser spottend: „Hättest Du gelernt, dich mit solcher Kost zu begnügen, so würdest du dich nicht zum Dienst an Tyrannenhöfen [i.e. an dem des Tyrannen Dionysios von Syrakus] erniedrigen.“ Aristipp aber entgegnete: „Und du würdest, wenn du mit Menschen umzugehen verstündest, dich nicht mit Krautwaschen abgeben.“
Diogenes Laertius: Leben und Meinungen berühmter Philosophen. Übersetzt von Otto Apelt, Zweite Auflage. Hamburg: Meiner, 1967.
 

Diogenes, washing the dirt from his vegetables, saw him [Aristippos] passing and jeered at him in these terms, “If you had learnt to make these your diet, you would not have paid court to kings,” to which his rejoinder was, “And if you knew how to associate with men, you would not be washing vegetables.” Being asked what he had gained from philosophy, he replied, “The ability to feel at ease in any society.” Being reproached for his extravagance, he said, “If it were wrong to be extravagant, it would not be in vogue at the festivals of the gods.” (Translated by R.D. Hicks)
 

Die Initiale aus: → Antididagma… Köln, 1544.

Handgestochene Kapitale

15. Mai 2010

Die ersten handgestochenen Kapitale waren echte Bünde am oberen und unteren Ende des Buchblockes, nahe denen der Heftfaden, mit dessen Hilfe die Lagen miteinander wie mit den restlichen Leder- bzw. Hanfbünden auf dem Rücken verbunden waren, nach außen trat, um den Bund geschlungen, um evtl. vorn ein Knötchen zu bilden, und wieder nach innen, in die nächste Lage geführt wurde. Diese Kapitalbünde wurden wie die anderen von außen nach innen, dort durch eine Vertiefung, sodann von innen nach außen durch die hölzernen Deckel geführt und meist im zweiten Loch mittels eines Holznagels endgültig befestigt; was an der Außenseite überstand wurde abgeschnitten.

Bereits im 16. Jahrhundert bestanden die handgefertigten Kapitale aus einem Pergamentstreifen, durch den ein oder zwei verschieden gefärbte Fäden gestochen wurden, die an der dem Schnitt zugewandten Seite zum Buchblock hin zu einem Zierknötchen verschlungen sind. Die Enden des schmalen Pergamentstreifens wurden zwischen den Holzdeckeln und den Vorsätzen verklebt, der Streifen selbst hinter den Enden des Buchblockes.

Einband des späteren 16. Jahrhunderts.


Dies das obere handgestochene Kapital eines blindgeprägten Schweinsledereinbandes um eine → Handschrift. Man erkennt an der parallelen Fadenlage sowie den für diese Zeit sehr regelmäßigen Knötchen gut die meisterliche Arbeit des Buchbinders.
 

Kapitalbändchen aus einem Einband des 16. Jh., seitlicher Anblick.

Kapitalbändchen aus einem Einband des 16. Jh., seitlicher Anblick.


Oben eines der Enden, die im fertigen Einband zwischen Vorsatz und hölzerne Deckel geklebt wurden.

Dasselbe von hinten.

Dasselbe von hinten.

Dasselbe von oben.

Dasselbe von oben.


 

Bei Pergamentbänden des 17. Jahrhunderts wurde meist ein farbiger Faden, grün eignet sich besonders gut, verwandt, dessen Enden wie die der anderen Pergament- oder Weißlederbünde zweifach durch die Pergamentdecke des Einbandes gezogen sind.

Grünes Kapital eines Pergamenteinbandes.

Grünes Kapital eines Pergamenteinbandes.


Dasselbe von hinten.

Dasselbe von hinten.


Dasselbe von oben.

Dasselbe von oben.


Ein blaues Kapitalbändchen, von der Seite photographiert.

Ein blaues Kapitalbändchen, von der Seite photographiert.


 

Später wurde das Kapitalbändchen mehrfarbig mit Seidenfaden um einen oder zwei dünne Hanfschnüre oder schmale Leder- bzw. Pergamentstreifen oder -röllchen gestochen, wobei der Seidenfaden mehrmals durch die Lagen des Buchblockes gezogen wird, um das fragile Bändchen zu stabilisieren.

Mehrfarbiges handgestochenes Seidenkapital eines Einbandes von Hippolyte Duru.

Mehrfarbiges handgestochenes Seidenkapital eines Einbandes von Hippolyte Duru.


Hier das untere Kapital, daher die leichte Bereibung der Ecken, eines roten → Maroquinbandes des 19. Jh.
 

Papierröllchen, Mitte 19. Jh.

Papierröllchen, Mitte 19. Jh.


Papierröllchen als Ersatz bei einem Bibliothekseinband der Mitte 19. Jh. zu → Grimms Grammatik.
 

20. Jh., Einband von Stephen Conway.

20. Jh., Einband von Stephen Conway.


Handgestochenes Seidenkapital um → Simon: Vinaria.
 

Das moderne Bändchen der Massenauflagen besteht nur aus einem gewebten Stoffstreifen, der oben etwas dicker und mehrfarbig verziert ist.

Meterware.

Meterware.


Dazwischen dienten als Ersatz sowohl Lederröllchen wie gestreifter Stoff um einen Faden.
 

Zu den Kapitalbändchen allgemein: Jane Greenfield & Jenny Hille: Headbands. How to Work Them. New Haven, Connecticut: Edgewood Publishers, 1986. (Ein Führer durch die Epochen, Länder und Moden, mit zahlreichen guten Zeichnungen und praktischen Anleitungen.)

Zu den frühesten Kapitalbändchen: Léon Gilissen: La reliure occidentale antérieur à 1400. Turnhout: Brepols, 1983.

Neben den bekannten Buchbindeanleitungen, von denen ich besonders empfehle:
Douglas Cockerell: Der Bucheinband und die Pflege des Buches. Ein Handbuch für Buchbinder und Bibliothekare. Leipzig: Klinkhardt und Biermann, 1925. (Bitte in der zweiten, von Maria Lühr durchgesehenen Auflage.)

möchte ich auch erwähnen: Bernard C. Middleton: The Restoration of Leather Bindings. Revised Edition. Chicago: American Library Association, 1984. Dort Kapitel 9: Headbanding. (Ebenfalls mit zahlreichen, nützlichen Abbildungen.)