Archiv für Juni, 2009

Der Staat braucht (mal wieder) Geld

25. Juni 2009

Die „Bild“-Zeitung berichtet heute, in der CDU/CSU werde eine Anhebung des bisherigen ermäßigten Mehrwertsteuersatzes von sieben auf neunzehn Prozent diskutiert. Neben Lebensmitteln gilt der ermäßigte Satz nicht nur für Schnittblumen, wie in allen Veröffentlichungen erwähnt zu werden pflegt, sondern auch für Bücher, alte wie neue. Erwogen werde auch ein einheitlicher Mehrwertsteuersatz von achtzehn Prozent.
Nach den üblichen Milchmädchenrechnungen ergäben sich daraus Mehreinnahmen von vierzehn bzw. sieben Milliarden Euro.

Es ist jedem einleuchtend, daß soviele Schulden, wie sie aufgenommen wurden und in den nächsten Jahren werden sollen, nicht spurlos an unserer Gesellschaft vorübergehen werden.
In der kurzfristigen Politiker-Betrachtungsweise hat eine Diskussion über Mehrwertsteuererhöhungen zudem den Vorteil, daß Käufe vorgezogen werden, um noch den alten Satz zu nützen, also kurz vor der Wahl die Konjunktur sich kurzzeitig belebt, weshalb dann wahltaktisch auf Erfolge verwiesen werden kann, die man garnicht erzielt hat.

Daneben folgt es – ebenso einleuchtend – einer leicht abgewandelten Leninschen Devise: zwei Schritte vor und einen zurück. Meint: am Ende sind alle Bürger fast froh, wenn der ermäßigte Satz bei fünfzehn Prozent landet und nur der normale auf die EU-üblichen (sic!) fünfundzwanzig Prozent klettert.

Also sind all die Dementis, die uns grad von aufgeschreckten Politikhühnern um die Ohren fliegen, das übliche Vorwahl-Geheuchel; der Wahl folgen werden die Sachzwänge, bislang unentdeckte, sprich absichtlich übersehene, Finanzierungslöcher und was dergleichen Ausreden mehr sind. Erhöht werden muß – nur die Druckerpresse allein wird nicht reichen, irgendwann würde durch ihr Rotieren die Inflationsgefahr allzusehr wachsen und man sich damit unbeliebt machen.

Bezieht man noch ein, daß die Löhne der außenwirtschaftlichen Situation wegen nicht genug steigen werden, all die Preissteigerungen bei Lebensnotwendigem auszugleichen, bleibt jedem ein Verlust im Geldbeutel.
Lebensmittel müssen gekauft werden, die Händler werden die Erhöhung nicht vollständig weiterreichen können, also die Lieferanten erpressen.
Gleiches ist für die Frischbuchbranche vorauszusehen: Amazon und die großen Ketten werden mit ihrer Marktmacht die Verlage zu Zugeständnissen zwingen können, die kleinen Buchhändler nicht.

Für den antiquarischen Markt heißt es, daß die Privatanbieter mal wieder den Vorteil haben, gleich wieviele Tausende von Gebrauchtbüchern sie anbieten: solange sie nicht erwischt werden, ist ihnen die Mehrwertsteuer egal.
Die anderen, die professionellen Anbieter von Massenware, werden ihre Preise kaum erhöhen können, zumal nicht bei Amazon oder auf den großen Plattformen, dafür bleibt der Konkurrenzdruck zu groß.
Der antiquarische Buchmarkt, der eh bereits an EU-weit unterschiedlichen Steuersätzen leidet, GB und Irland z.B. null Prozent, wird noch unterschiedlicher kalkulieren müssen.
Eine Erhöhung, gleich wie arg sie ausfallen wird, kann nicht gänzlich aufgeschlagen werden, selbst bei Einzelstücken nicht, bei einem Konjunktureinbruch sowieso nicht.

Was bleibt?
Für die Kunden: lieber heute als morgen kaufen, besser werden die Zeiten nicht, das Geld eher knapper und die guten Bücher teurer, weil der Staat ein Scheibchen mehr davon einsacken möchte.
Für die Händler: demnächst noch knapper kalkulieren, Ankäufe länger überlegen, durchzuhalten versuchen.

Welche Zukunft hat der Handel mit antiquarischen Büchern?

22. Juni 2009

Folgendes ist keine abschließende Betrachtung, die zum augenblicklichen Zeitpunkt nur vermessen wäre, sondern Beitrag zu einer Diskussion, die von der Branche – oder von jedem einzelnen mit sich – geführt werden sollte.
Ohne einige Mitzwitscherer, denen ich an dieser Stelle herzlich danken möchte, namentlich, doch in unverfänglicher alphabetischer Reihenfolge, abrahamortelius, BC_R, harki, kroko, missmarple76, moments_books und wilsberg, hätte ich mir weniger Gedanken um Zustände gemacht, die so bedrängend noch nicht sind, daß sie bereits an unserem Dasein nagten, aber am Horizont hinter der Bücherwand heraufziehen.

Joseph Brodsky schreibt in “To Please a Shadow”: “If a poet has any obligation toward society, it is to write well. Being in the minority, he has no other choice.” Ich bin geneigt, dies auf die Antiquare zu übertragen: Falls ein Antiquar irgendeine Verpflichtung gegenüber der Gesellschaft haben sollte, so ist es die, gute Bücher zu verkaufen. Unseren Kunden gleich, werden wir immer Minderheit bleiben, Randphänomen einer abdriftenden Mehrheit, vielleicht sogar, die Zeit wird es uns mitteilen, zurückgelassenes Randphänomen.
Ich hoffe, daß sich hier und auf dem Börsenblatt ein Meinungsaustausch ergeben wird, der neue Aspekte unseres Berufes entdeckt oder die alten besser ergründet.

Was sind Digitalisate?
Sie sind keine Faksimiles, denn sie bemühen sich nicht um die möglichst nahe Nachgestaltung des Urbildes. Das ideale Faksimile wäre wie die Borgessche Landkarte Chinas ein Neues, das dem Alten so ähnlich produziert wäre, das es ihm darin, und dadurch in seiner Gestalt, gleichkäme.
In der realen Produktion ist man bestrebt, sich dem anzunähern: Papier, das wie Pergament ausschaut und sich ähnlich anfühlt, kleinrasteriger Druck, der den Tintenverlauf der Handschrift wiedergibt, Goldprägung, die in Glanz und Höhung echtem Gold nahekommt, Druck-Farben, die den mineralischen oder organischen der Miniaturmalereien und Initialen zu gleichen versuchen.
Mithin ist ein Faksimile ein Stellvertreter, der das schwer zugängliche Original für weitere Kreise von Benutzern und Liebhabern zu ersetzen versucht. Es ist sich seiner Grenzen bewußt, seine Hersteller wissen, daß die Annäherung nicht asymptotisch verläuft, sondern gezwungenermaßen immer in Distanz verweilt.

Während das Faksimile neben dem Sehsinn wenigstens versucht, andere anzusprechen, begnügt sich das Digitalisat mit dem einen: auf dem Bildschirm des Computers oder E-Buches sind Schriftzeichen und vielleicht Malereien zu sehen. Ihre Farben, ihre Kontraste, ihre Größen hängen ab von den beim jeweiligen Benutzer vorhandenen Geräten und deren spezifischen Einstellungen. Dem kann nur mittels mitgelieferter Farbbalken und Zollstöcke entgegengewirkt werden, doch werden die meisten Bildschirme nie kalibriert.
Also wird das Original entstofflicht, dadurch der Umfang provozierter Sinnenreize auf weniges verringert, und es selbst letztlich auf seinen textlich-semantischen Inhalt reduziert – seine bildhaften Botschaften geraten zu Annäherungen, die ebensogut fehlgehen mögen, da der Endpunkt des Übermittelungsprozesses, anders als beim Faksimile, nicht in der Macht der Herstellenden liegt.
Andererseits können bei genügend hoher Auflösung Details gezeigt werden, die dem normalen Auge ohne Hilfsmittel wie Lupen und dergleichen verschlossen blieben.

Nun steht zu befürchten, daß in Zeiten knapper öffentlicher Kassen die Bibliotheken ihre Benutzer mehr und mehr auf Online-Zugriffe beschränken, die Öffnungszeiten reduzieren, gar wertvolle Stücke kaum mehr werden vorlegen wollen.

An dieser Stelle, glaube ich, muß festgehalten werden, daß Digitalisate einen Verlust bedeuten: lebt der Mensch an sich immer in einem Umfeld, das alle seine Sinne anspricht, wie es beim herkömmlichen Buch noch der Fall ist (auch wenn es selten verspeist wurde), so schränkt das digitalisierte seine Rezeption auf den Sehsinn ein.

Nicht allein das, auch die einem alten Buch immanenten Hinweise auf seinen Entstehungsprozeß wie Buchdruck, Büttenpapier, Bindemethode, Art des Leinens, Leders oder Pergamentes, die bereits beim neueren weniger sind, da maschinell gefertigte Materialien und Photosatz verwendet werden, gehen beim Digitalisat gegen Null. Gerade jedoch diese Beiläufigkeiten der Genese eines menschlichen Produktes machen die ihm eigene ‚Menschlichkeit’ aus: es wird dadurch für uns begreiflich, kann zeitlich und handwerklich eingeordnet werden und ‚Meta’-Informationen liefern, die einen Kontext um es aufbauen. Damit ist noch nicht einmal von einer Aura im Benjaminschen Sinne gesprochen.

Um es deutlich zu machen: das digitalisierte Original einer Handschrift und das digitalisierte Lichtdruckfaksimile derselben wären auf dem Bildschirm nur bei sehr hoher Auflösung unterscheidbar.

Welches nun sind die Folgen für den antiquarischen Markt?
Krankte der deutsche Nachkriegsmarkt, ausgeglichen teils durch den erhöhten Bedarf öffentlicher Institutionen, eh an der durch Flucht und Ermordung kleiner gewordenen Bildungsschicht und folglich an weniger allgemeinem, täglichem Umgang mit gedrucktem, gemaltem sowie selbstmusiziertem Kulturgut, wie es in den gutbürgerlichen Kreisen zuvor üblich gewesen war, so wird dieser früher selbstverständliche Ansatz, aktiv mit der Tradition umzugehen und sich als fortführender Teil ihrer zu verstehen, noch weiter zurückgehen.

Kultur ist in meinem Verstehen nicht das intellektuelle Auseinandersetzen mit Inhalten, sondern ein Ganzes, das als solches verstanden, auf allen seinen Ebenen den Teilhabenden Bedeutung zurückerstattet.
Begrenzt auf semantische Qualität geht nicht allein der Rest verloren, sondern Kultur selbst reduziert sich und entsagt ihrer früheren, umgebenden Fülle.

Auch heißt leichterer Zugang zu allem und jedem mittels digitalisierter Abbilder noch lange nicht, daß mehr Verstehen entsteht, sondern ein anderes, wenn überhaupt, das sich auf Teile des Ganzen, wie oben angedeutet, beschränkt.
Und schließlich wird wohl gelten, daß alles, was in digitalisierter Form vorliegt, irgendwann, auf irgendeine Weise zum Freiwild gerät, da seine Immaterialität einem geldlichen Gegenwert strikt widerspricht. So wie die Musikstücke auf MP3-Format geschrumpft die Festplatten füllen, so werden auch die – ungelesenen – Texte weitere Festplatten besetzen, allein des Sammelns wegen.

Daher halte ich beide kulturellen Einschnitte, den während der Nazizeit bis nach dem letzten Krieg und den jetzigen durch die Digitalisierung, in ihren Folgen (wohlgemerkt: nur darin!) für vergleichbar, durch ihre zeitliche Abfolge sich in ihrer Wirkung verstärkend und dem weiteren Tradieren europäischen Geistesgutes für wenig zuträglich.

Neben dem Gebrauchsbuch, dessen Nutzen sich vorerst im Lesen unterwegs, im Bett oder dergleichen erhalten wird, einfach weil die Menschen es so gewohnt sind und die jüngeren, denen es noch nicht Usus geworden ist, die eventuell den Bildschirm vorzögen, in den nächsten Jahren keine so große Marktmacht in diesem Sektor darstellen werden – neben diesem wird es weiterhin das antiquarische und künstlerische Buch geben, das fortan in die Nähe von Antiquitäten, Luxus und gehobener Kultur rücken, dessen Käuferkreis sich also dementsprechend verkleinern wird, da der zu seiner Rezeption notwendige Bildungsgrad höchstwahrscheinlich noch weniger denn jetzt wird vorausgesetzt werden können.

Fraglich bleibt, inwieweit an Digitalisate gewöhnte Benutzer imstande sind, sich dem Buch zuzuwenden, ob es für sie nicht eine obsolete Sache darstellt, der nur noch eignet, fossiliengleich in Ausstellungen und Museen bewundert zu werden.

Auf eine solche oder ähnliche Entwicklung werden sich Plattformen wie Antiquare möglichst rechtzeitig einstellen müssen. Das bedeutet schichtenspezifisch agieren und werben, die Gebrauchsbücher anders und für eine andere Kundengruppe präsentieren als die antiquarischen.

« A une passante »

19. Juni 2009

„What is the price of experience? Do men buy it for a song?
Or wisdom for a dance in the street? No, it is bought with the price
Of all a man hath, his house, his wife, his children.“
William Blake.

Darf ich gleich zu Beginn die gewagte These aufstellen, daß wir für jedes Erleben bezahlen, vielleicht nicht in Geldstücken, aber sicherlich in Lebenszeit, Erregung, Ermüdung oder sogar Abstumpfung.
Und darf ich so nebenher die Unterscheidung zwischen positiven, negativen und neutralen Erfahrungen einführen, der Psychologie des Frühbuddhismus entnommen, aber sicherlich fürs erste brauchbar, denn tiefer eindringen, als die Oberfläche des Problems ankratzen, will ich nicht.

Welche Erfahrung vermittelt mir ein Buch?
Gestern erhielt ich Celans Gesammelte Werke in der Ausgabe von 1983. Was für ein Leder! Rabenschwarz, mit ebenmäßiger Narbung, die weißen Rückentitelschilder mit ihrer Vergoldung scheinen darauf zu schweben. Innen ein Papier, das nicht gelblich, genau die Cremefarbe hat, die das Lesen erleichtert, ohne das Auge zu stören. Die Übersetzungen dann allesamt zweisprachig gedruckt. Insgesamt: ein Genuß für Fingerkuppen, Augen und Sinn.

Also sollte das Äußere dem Inneren entsprechen, wie es schon die Smaragdene Tafel für das Oben und Unten behauptet? Sicherlich.

Und warum ist dies so selten der Fall, warum werden wohlgeformte Gedichte in rückenknickigen, ekelbunten Taschenbüchern auf den Verbraucher losgelassen? Nur wegen des schlechten Geschmackes der Verleger, ihrer Knauserigkeit, ihrem vorgeblichem Zweifel, die Kunden würden es so und vorallem billig lieber haben?

Aber es droht das E-Buch, in Plaste gehüllt, mit Bildschirm. Bei ihm braucht sich der Typograph kaum mehr Sorgen um die Schrift zu machen, die dem Vers entspräche, entweder sieht alles gleich aus, oder es wird beliebig vergrößert oder verkleinert, oder man stellt wie beim Browser eine bevorzugte Schrifttype ein. In seinem Ansatz ist das E-Buch wert- wie inhaltsneutral, denn alles darf auf ihm gleich aussehen, es nivelliert seine Dokumente – und dem entspricht, daß sein Äußeres, die Plaste, nie dem Inneren, dem Text, entspricht.

Drei Beispiele für positiv, negativ und neutral.

Aber Erfahrung machen wir einzig mit dem, das uns berührt, der Rest geht vorbei. Wer will sein Leben mit Vorbeigehendem vergeuden? Ich weiß, es ist ein Zug der Zeit, sich nicht allzusehr zu engagieren, die Höhen und Tiefen, die uns die Geschichte von früheren Epochen erzählt, sind eingeebnet. Aber hat damit auch unser Empfinden dermaßen gelitten, daß wir uns nach dem Unwesentlichen, dem bloßen Zeitvertreib sehnen, gleichsam auf der Suche nach dem Tod im Leben? Daß uns die Passante des Baudelaireschen Gedichtes nicht mehr, begegnete sie uns denn, in unseren Träumen mit sich fortreißt?

Ästhetisches Empfinden muß geschult werden, es wird nicht in die Wiege gelegt, es liegt vielleicht zu wenigen Prozenten in den Genen, der Rest ist Liebe zum Lernen, zum ständigen Sensitiver-Werden. Meine: im Ernstfalle die Konservendose so sehen, als sei es die von Warhol, obgleich es nur das Süppchen von Aldi ist, sie also frisch erschauen, wie grad ins Leben getaucht: überraschend, ein Stück Wirklichkeit offenbarend.
Wir stehen dem Leben gegenüber in der Pflicht. Es gehört uns nicht, wir vermögen nur, es langweilig, erbärmlich oder uns erhebend zu gestalten: und das sind keine Auswüchse, die nur den Vornehmen unter uns eignen, sondern einem jeden, und es handelt sich nicht um Ausnahmesituationen, sondern die des Täglichen.

Also müssen wir von Büchern umgeben sein, die uns bereichern.

Netzsperren

18. Juni 2009

Die Große Netz- und Denksperren-Koalition will und wird heute ihr Gesetz durchbringen.

Ralf Dahrendorf: „Wer die Freiheit einzuschränken beginnt, hat sie aufgegeben und verloren“

Dazu einige Kommentare:
Datenschützer Peter Schaar im Spiegel: → „Da wurde mit sehr heißer Nadel gestrickt“
Chris Vigelius in Eigentümlich Frei: → „Internet: Die bizarre Welt der großen Zensurkoalition“
Twister (Bettina Winsemann) in Telepolis: → „Unwissend und stolz darauf“
Thorsten Schäfer-Gümbel: → Offener Brief an die Parteispitze der SPD

Die Liste aktueller Kritik an diesem Gesetz wird verlängert, Vorschläge bitte direkt an mich oder als Kommentar.

Lebenszeichen

16. Juni 2009

Einsam und verlassen lebe ich auf einer Insel mitten im Ozean, nur alle Jahre wieder legt das Postschiff bei der verfallenen Mole an, bringt die Briefe und Pakete aus allen Weltteilen, nimmt meine Briefe und Pakete in alle Weltteile entgegen.

Das Netz und die E-Post sind die einzigen Kanäle für das brodelnde Leben draußen, jenseits des weiten Wassers, zu mir zu dringen.

Und wenn sich jemand meldet, den ich verloren glaubte, dann, ja dann freue ich mich um so mehr.

Heute kam eine Nachricht, endlich, nach langer Zeit, in der mir albträumte, es sei verschollen, von den Konkurrenten gefressen, von den Kunden lieblos im Dauerregen stehen gelassen, vom Zvab: die Rechnung.

Kollegenrabatt

10. Juni 2009

Zuerst meine persönliche Meinung:
Ich betrachte Kollegenrabatt als die höfliche, gegenseitige Anerkennung des anderen Antiquars – als Gleichgestellten, als Respektbezeugung, sozusagen als Visierhochklappen zweier (Raub-)Ritter auf dem Pfad der Bibliophilie.

Die gute alte Zeit:
In ihr erstellten wir Kataloge, saßen tage- und wochenlang an der Schreibmaschine, später am Computer, gaben die Titelbeschreibungen ein, saugten uns Preise aus den tippwunden Fingern oder schlugen die einschlägigen Kataloge der Kollegen und Auktionshäuser nach, was sie zu dem Buche meinten, benutzten die Handbibliothek. Dann wurde Korrektur gelesen, gingen die fertigen Titelaufnahmen in den Satz oder wurden sauber abgetippt, der Drucker verrichtete sein Werk, die Post das ihre.
Bestellte ein Kollege aus diesem Produkt antiquarischen Fleißes, so erhielt er trotz der Kosten, die sich mittlerweile aufgetürmt hatten, den vollen Rabatt. Es war also eine wirkliche Einkommenseinbuße.

Heute:
Bestellt ein Kollege über irgendeines der Mitgliedermenüs oder direkt, so wird ihm in den meisten Fällen (von den anderen schweige ich, diese unkollegialen Kollegen sollen verflucht sein und an ihrer Knauserigkeit ersticken!) der übliche Rabatt eingeräumt – obgleich der rabattgewährende Kollege die Provision spart.
Am Ende ist je nach Provisionsmodell der Verlust des rabattgewährenden Antiquars fast Null: was er der Plattform nicht abführen muß, gewährt er grad mal dem Kollegen.
Das, sehr geehrte Mitantiquare, betrachte ich nicht als Respektbezeugung unter Gleichgestellten.

Schlußfolgerung:
Bei allen Kollegen, die über eines der Mitgliedermenüs bestellen, werde ich in Zukunft automatisch den Preis der Plattform durch den auf meiner eigenen Angebotseite ersetzen und darauf den üblichen Kollegenrabatt gewähren.
Ich hoffe, es werden sich weitere Antiquare meiner Ansicht anschließen.
Wenn die Preise auf der eigenen Seite nicht reduziert sind, schlage ich einen erhöhten Kollegenrabatt von mindesten 15% vor.

NEUES PS.
Juchei! Das muß ein Fettnäpfchen sein, in das ich fröhlich hätte eintauchen können!
Der Artikel erschien fast gleichzeitig auf Börsenblatt-online, wurde dort nur von Marcus kommentiert, der recht hat: selbstverständlich sollte persönliche Kommunikation dem Warenkorb vorgezogen werden, aber wer tut es denn noch, außer man kennt sich (lange, wie wir beide).
Und Projekte scheinen ebenfalls seltener geworden zu sein, Antiquare mit persönlichen Vorlieben nicht mehr zeitgemäß, sondern durch jene mit bloß geschäftlichem Interesse ersetzt.
Noch nicht einmal unsere Kölner Frohnatur ließ sich dort im BöBla zu einem nächtlich-süffigen Verriß verleiten.

Da bleibt mir dann nur übrig zu spekulieren:
Die Kollegen scheinen nicht rechnen zu können – es nötig zu haben, die paar Prozente in die eigene Tasche zu stecken – kein Interesse zu zeigen an einer Ankurbelung des, nennen wir es so, zwischenantiquarischen Geschäftes.
Vielleicht sind bei soviel Beharrungsvermögen und Ignoranz wirklich Hopfen und Malz verloren.

Der Gemeinschaftskatalog der GIAK

8. Juni 2009

„Más correcto es decir que en el paraíso, Aureliano supo que para la insondable divinidad, él y Juan de Panonia (el ortodoxo y el hereje, el aborrecedor y el aborrecido, el acusador y la víctima) formaban una sola persona.“
Jorge Luis Borges: „Los Teologos“

Vor kurzem veröffentlichte die Genossenschaft der Internet-Altkrokodilhändler, aquatische Genossenschaft, abgekürzt GIAK, aG, einen Gemeinschaftskatalog ihrer und ihr nahestehender Altkrokohändler.
Das Produkt liegt uns nun vor.

Es handelt sich um eine Broschur von um die 300 Seiten Umfang, gebunden in einen dekorierten Umschlag, auf dessen Vorderseite sich vier schwarze Krokodile über hellbräunlich-hellkrokoblutrotem Sumpfgrund übereinander räkeln. Sie sind im Profil abgebildet, und auf jeden von ihnen steht in einer anderen Schrifttype „Kroko“. Das soll sich, der Aussage der Herausgeber nach, auf das Einleitungsgedicht beziehen, sieht aber insgesamt etwas einfältig aus, zumal die dritte Schriftzeile die älteren unter uns an die wilden Acid-Jahre erinnert, die anderen Typen teils antiquiert, teils gewöhnlich sind.
Die Rückseite der Broschur zieren übereinanderliegende schwarze Krokodile ohne Schriftzug, einem von ihnen hängt die Zunge heraus; dies soll, erklärte man uns, ein Gag sein.

Im Inneren wurde eine recht runde Drucktype verwandt, die, so scheint es, den schönen runden Augen der Krokodile besonderes Vergnügen bereiten soll, nur ist sie leider etwas klein geraten, so daß die älteren, reicheren Altkrokosammler Mühe haben, sie zu entziffern.
Eingeleitet wird der Gemeinschaftskatalog nach seiner Titelei durch einen Hinweis auf die Möglichkeit die erworbenen Altkrokos zurückzugeben.
Dies ist dem Rezensenten nicht ganz eingängig, denn die Genossenschaft der Internet-Altkrokodilhändler (GIAK, aG) ist nicht Geschäftspartner bei eventuellen Verkäufen, sondern dies sind die einzelnen Altkrokodilhändler, deren Geschäftsbedingungen durchaus nicht identisch, sondern krokodilig vielfältig bis einfältig sind. Manch ein Leser zeigte sich denn auch verwirrt ob der zweifachen Gesetzeslage und streckte seine vier Füße von sich, um den Katalog an diesem Orte zuzuschlagen.
Hätte man nicht stattdessen darauf hinweisen sollen, es möge sich jeder Interessent vor Bestellung die Geschäftsbedingungen und das Widerschreirecht des jeweiligen Händlers schriftlich, in krokoaugenfreundlicher Fassung übermitteln lassen? Aber die einfachen Lösungen sind schlicht unkrokodilig oder ungenossenschaftlich, so kam es zu dieser, der hier abgedruckten.

Des weiteren finden sich zwei Vorworte in diesem Katalog, eines ist von den drei Vorständen der GIAK, aG unterzeichnet, soll jedoch nur aus der Kralle eines der drei stammen, und ein weiteres einer anderen altkrokodiligen Vereinigung, deren Namen mir grad entfällt.
Beiden Vorworten gemeinschaftlich ist, daß sie langweilig zu lesen sind, da ihr Stil gezwungen, gedrechselt und einfallslos ins betrachtende Auge gleitet. Das erste wässert dazu mit merkwürdigen Phrasierungen, mindestens einem verschnauzten Absatz, so daß der Verdacht naheliegt, es sei zu einer schwachen Stunde verfaßt, etwa nach fettem Schafessen, oder vor dem Zu-Bettschlamm-Gehen.

Falls der geneigte potentielle Altkrokokunde diese Ödnisse überstanden hat, am besten durch simples Überblättern des relativ dünnen, etwas fadenscheinig durchschimmernden Papieres, naht er dem wirklichen Inhalt: dem Verzeichnis der teilnehmenden Altkrokodilhändler mit illustren und weniger illustren Namen und endlich den Altkrokobeschreibungen.

Dazu nun ein paar Eindrücke, wie sie sich meinen freundlich gesonnenen Rundaugen aufdrängten:

Das Angebot insgesamt scheint mir auf den hiesigen Altkrokomarkt bezogen, wenig würde in den Augen überseeischer Altkroko-Enthusiasten Bestand haben, oder auch nur Beachtung finden. Kurz, das Ganze kommt etwas eigentümpelig daher.

Auf einem Bild relativ vorn im Katalog befindet sich ein Urhebervermerk, wohl weil es aus dem Internet stammt, wo dies seine Berechtigung haben mag, im gedruckten Katalog wirkt es fehl. Auch wird erwähnt, die betreffende Handschrift sei auf Pergamentpapier geschrieben, das es zu dieser Zeit, in diesem Weltteil noch nicht gab: so sind sie, diese Altkrokodilhändler, nachlässig bis ins schnappige Detail.

Beinah alle Altkrokodile schauen in ihrem Äußeren recht gleich aus – wie wir wissen und wie uns der Umschlag dieses Gemeinschaftskataloges nochmals sinnfällig schwarz auf irgendwas vor Augen gebracht hat. Dem wird von einigen Teilnehmern abgeholfen, indem die angebotenen Altkrokos aus schrägem Winkel in das Objektiv schauen müssen, ihr angenehm zu betrachtendes, rechteckiges Äußeres wird perspektivisch zum Trapez oder gleich zu einer beliebigen geometrischen Figur mit vier Seiten verunstaltet, die – deform’d, unfinish’d, sent before its egg – von der eigentlichen Schuppenbotschaft wenig erkennen läßt: sie entläuft kleiner werdend und sich dem Betrachter entziehend in den Fluchtpunkt, etwa wie die Titel der Oceanwars-Filme, Schuppenpanzerornamente verkürzen sich und klappern spöttisch über die Intention ihres Gestalters.
Wer das nicht nachvollziehen mag, wie ein beamteter Bibliothekar aus dem Tümpel einer hiesigen Neu-Alt-Krokothek, der den Renzensenten reichlich entnervt anrief, was das denn solle, dieses schräge, aufgeschlagene Altkrokodil mit Füllfederhalter zur Stütze, der lebt eben noch in unserer niligen Vergangenheit.

Auch muß der Drucker des Gemeinschaftskataloges an einem Zuviel von Augenwasser gelitten haben, denn die Abbildungen sind teils aus dem kontrastreichen Hell altkrokodiliger Nilstrände in schummeriges, sumpfig-gruftiges Dunkel entglitten.

Doch sollte den beteiligten Altkrokohändler allesamt Respekt gezollt werden, schon ob der Mühe, die sie sich unter den widrigen Umständen gegeben haben, von denen bereits anderswo die Rede gewesen ist, so daß dies hier nicht nochmals Erwähnung finden muß.

Leider scheint der Versand nicht unbedingt an die richtigen, altkrokokaufkräftigen Adressen erfolgt zu sein, so daß der bisherige Absatz unter den Erwartungen geblieben sein soll, obgleich zumindest das grad vorherrschende, feuchte Wetter die Altkrokodilsammler inspirieren sollte, doch noch ein Schnäppchen zu wagen.

Nachbemerkung:
Ausdrücklich, wegen der allseits bekannten Empfindlichkeiten, sei versichert, an Eies statt, daß hier, an dieser Stelle, einzig und alleinst der Gemeinschaftskatalog erwähnter altkrokodiliger Genossenschaft besprochen wird, kein anderer, der evtl. gleichzeitig, kurz zuvor oder kurz danach erschienen sein mag.
Verdammt, diese Biester sind immer so schnappwütig, man darf kaum einen Ton über sie von sich geben, schon fehlt ein Stück virtuelle Hose.

[Übersetzung des Zitates:
„Richtiger ist es zu sagen, daß Aurelian im Paradies erkannte, daß in den Augen der unergründlichen Gottheit er und Johannes von Pannonien (der Orthodoxe wie der Ketzer, der Hassende wie der Gehaßte, der Kläger wie das Opfer) ein und dieselbe Person darstellten.“
J.L. Borges: „Die Theologen“]

Subunternehmer, Selbständige & der Rest

6. Juni 2009

Es scheint mir, als gebe es im weiteren Umfeld des Antiquariatsgewerbes Subunternehmer – bei Amazon, beim ZVAB, bei Ebay. Ein Tischwackeln bei Amazon &c gelangt dort als mittelstarkes Erdbeben an. Der Punkt ist nicht, das soll betont sein, dort einzustellen, sondern sich als solcher zu verstehen und zu agieren.

In diesem Zusammenhang wird begonnen, sich über Gebrauchtbuchhändler oder Antiquare zu mokieren, die von der Schwappinsel nach Amazonien kraulen und dort noch nicht ganz zielgerecht anlanden; dem entspricht das Naserümpfen der Altschwappisten über die in ihr Reich eingedrungenen Amazonier samt ihren Minimalbeschreibungen und -berufsanforderungen.
Nur galt es im letzteren Falle – wenigsten was einige der damaligen wie jetzigen Kritiker betrifft – eine Tradition zu verteidigen, die relativ lang ist, die etwa von den antiken Kopisten und Handschriftenhökerern bis zu uns heute langt und die einige bemerkenswerte Fachgelehrte unter den Händlern hervorgebracht hat. Die Amazonisten- und Ihbäerhistorie ist noch kurz – und wer weiß wie lang.
Nur um es klar zu stellen: das ZVAB war im deutschsprachigen Bereich die No. eins als Vermittler im Internetzhandel mit gebrauchten und antiquarischen Büchern. Warum es nicht mehr so ist würde den Rahmen dieses Beitrages sprengen – jedenfalls eine Denkmarke schlechter Geschäftspolitik, die unser Dilemma der Auseinandersetzung mit Metaorganisationen vervielfältigt und internationalisiert hat: nicht mehr ein Partner steht uns gegenüber, sondern mehrere, die noch weniger verhandlungsbereit zu sein brauchen.

Ich darf es für weitere persönliche Angriffe hier und im BöBla klar aussprechen:

Wer sich in Abhängigkeiten begibt wird deren Sklave.

Das haben wir in der kurzen Internetzgeschichte lernen dürfen, das ist der Grund, warum sonst evtl. erträgliche Kollegen zu Mimosen mutieren und vehement auf ihrem Gemeinschaftseigentum an ihrer (langweiligen, aber das ist meine bescheidene Meinung) Plattform bestehen und andere, wie z.B. ich, soviel Wert auf etwas Ganz-Eigenes legen (welches dann womöglich anderen nicht gefällt).

Also werde ich einen Dreck tun und mich um irgendwelche Amazonregeln scheren, das darf ich denen, die es betrifft, überlassen. Seitdem Amazon ABE gekauft haben, bestelle ich fast nichts mehr dort, selbst keine CDs oder DVDs, über ABE kaum noch etwas – und einstellen werde ich dort nicht, Mentalität wie Umgebung könnten abfärben.

Letztlich, falls uns denn überhaupt im digitalen Zeitalter samt Finanzkrise eine Zukunft beschert sein sollte, können wir den Individualitätsverlust, der uns durch die Plattformen angetan wurde, nur wettmachen durch Rückbesinnung auf uns selbst: was unsere Funktion in Gesellschaft, Wissenschaft und Kultur sein könnte.

Selbstverständlichkeiten

4. Juni 2009

Vor Tagen fiel mir ein Hinweis auf einer Seite auf: „Gesetzliches Rückgaberecht“. Jups, das haben alle Verbraucher, das ist selbstverständlich.
Als zweites nagte irgendein Zweifel in meinem Restdenkvermögen, ob man denn Selbstverständlichkeiten so herausstellen dürfe.

Zum Glück hat mir heute ein fleißiger, wissender Kollege auf die Sprünge geholfen: es gibt eine EU-Richtlinie über unlautere Geschäftspraktiken im binnenmarktinternen Geschäftsverkehr (…, folgt beamtenlanger Titel), darin einen Anhang eins, der explizit nennt, was zu vermeiden ist: „10. Den Verbrauchern gesetzlich zugestandene Rechte werden als Besonderheit des Angebots des Gewerbetreibenden
präsentiert.“

Man findet es auch auf der Seite → „Verbraucherschutz im Internet“

Gut, daß die EU (fast) alles regelt.

Saure-Gurken-Zeit

3. Juni 2009

Es hat den Anschein, als würde Saure-Gurken-Zeit einkehren. Keine Skandale, die Plattformen funktionieren bis auf die üblichen Ausnahmen wie geplant, der Gemeinschaftskatalog hält das, was er versprach, wenig bis nichts, selbst seine Umschlagmißgestaltung (hat Geld gekostet, sic!) bringt mich nicht mehr in Rage. Auch daß gestern ein Kollege, der mich aus ganz anderen Anlaß heimsuchte, bemerkte, daß sich auf einem Bild ganz fein und sacht ein Urhebervermerk befindet, dem sicherlich ganz wesentlich im Druck seine Berechtigung innewohnt, damit niemand auf die Idee komme, das Bild unrechtmäßig samt Raster zu kopieren, auch das hat heute seinen Reiz verloren: so sind sie eben, die Kollegen, nachlässig bis ins Detail.

So kam uns, besagtem Kollegen und mir, die erleuchtete Idee, ob wir uns nicht in die Ar’candor-Reihe (das Häkchen für die richtige Betonung des Kunstwortes) eingliedern sollten, nicht weil dort in der allgemeinen Vergesellschaftung des Zuvergesellschaftenden an Minusrot-Unternehmen „unser Platz, Genosse, ist“, sondern weil es grad Mode sein könnte, nach Staatshilfen zu schreien. Und eh man uns die Mehrwertsteuer von den kommoden sieben Prohundert auf einen dritten, mittleren Zwischenplatz für unser papierenes Nischengewerbe hinterrücks erhöht, sollten wir vielleicht auf uns aufmerksam machen: es gibt uns – noch: diverse, darunter einige diversifizierende Altpapierhändler mit Kulturgutanspruch, manche des Lesens kundig, manche sogar vom Schicksal mit etwas Verstand sowie Geist geschlagen, daß sie knapp verzweifeln möchten ob der geistlosen Unverständigkeit in diesem, unserem Lande, dem die Bänker wichtiger dünken als die Denker, die Netzsperren wichtiger als die zu schützenden Kinder, in dem das Gerede das Geschwätz übertünchen soll und die Fernsehsekunden der Politiker bis September nach Parteizugehörigkeit bis auf die dritte Nachkommastelle tabellarisch verglichen werden.

Oh, ich werde politisch, das wollte ich garnicht, es ging einfach so mit mir durch. Wir sind ein unpolitisches Gewerbe, in unseren Regalen stehen sie alle friedvoll papieren, durch Pappdeckel wie Schutzumschläge (daher der Name) getrennt nebeneinander, kein Streit unter den Büchern. Heute jedenfalls.

PS.
Warum habe ich oben diesen Bastard-Neologismus ‚Prohundert’ verwendet? Weil mir die „300“ im Hinterkopf herumliefen: wir müssen uns gegen die Perversen, meine die Amazonen, Libristen und Konsorten, bis zum letzten Buchstaben verteidigen.

PPS.
Es gibt doch noch etwas zu lachen heut: das ZVAB meint, „Qualität durch professionelle Anbieter“ anpreisen zu müssen. Erstens, ich bin es satt, Reizwörter einzugeben, die das Gegenteil beweisen, zweitens, „rofl“, was so viel heißt wie „kann mich vor Lachen nicht halten“.

Das Letzte (gehört garnicht hierher):
Die Bundesfamilienministerin hat die Schirmherrschaft der Initiative „Netz gegen Verstand“ übernommen, die bis zur Bundestagswahl im September jedem Bürger eine Denksperre schenken möchte.
In ihrem Namen und dem der Initiative erbitten wir Ihre Unterstützung, jede noch so kleine Geld- oder Sachspende ist willkommen: der gute Wille ist es, der zählt. Säcke zum Verstandabgeben finden Sie ab Freitag kommender Woche vor jedem Rathaus und den Parteizentralen.
[Für alle Ernsthaften: das ist eine Satire! Also, was richtig Ernstes!]

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